Amber's Chamber

Mittwoch, 10.09.08 | 57,5kg

Hallo meine Lieben

Glaubt es mir, schon seit einigen Tagen wurde ich von schlechtem Gewissen geplagt, dass ich so lange von nichts mir hören ließ, und diese zwei lieben Kommentare haben das Fass praktisch zum Überlaufen gebracht. Eine Entschuldigung habe ich eigentlich nicht, nur, dass ich im Moment ziemlich im Anfangs-Schulstress bin. Verzeiht mir bitte trotzdem.

Außerdem gibt es nicht viel zu berichten, was ein umso besserer Vorwand war, das Bloggen eine Weile vor mir herzuschieben.


Aber gerade fällt mir auf, dass es sehr wohl etwas zu berichten gibt, etwas sehr Wichtiges sogar! Folgendes:

Wie ihr wahrscheinlich wisst, bin ich erst seit Kurzem essgestört, bzw. wollte ich das zugegebenermaßen sein, um abzunehmen. Ich habe oft in Blogs gelesen, dass Essgestört-Werden keine gute Abnehmmethode sei, aber ich wusste, dass es die schnellste sein muss. Also erzwang ich mir praktisch meine ES, wenn ich ehrlich bin, und es funktionierte sogar.
Aber vor einigen Tagen lieh mir eine Freundin ein Buch namens "Fit fürs Leben" von Marilyn und Harvey Diamond aus, dass sich mit einer Ernährungswissenschaft beschäftigt, die zwar schon über 50 Jahre alt aber kaum bekannt ist. Es handelt sich dabei um keine Diät, man muss weder Kalorienzählen, noch Hungern, es geht nur um die richtie Zusammenstellung verschiedener Speisen und vor allem um den Verzehr von Obst und Gemüse.
Nach dieser Lebenseinstellung, wie es im Buch betont wird, lebe ich seit einigen Tagen, und ich fühle mich so viel besser! Ich fühle mich nicht so schlaff und kraftlos wie nach einem Tag mit weniger als 500kcal wie früher, obwohl es eben so einer war - nur mit den richtigen Nahrungsmitteln!

Wenn ich euch einen Rat geben darf:
Investiert 9 € in dieses Buch, und ihr werdet gesund!!!

Eure Amber

PS: Wie man sieht, habe ich in den wenigen Tagen wieder einiges abenommen, und ich bin satt!

10.9.08 08:26


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Hey meine Lieben

Tut mir Leid, dass es mal wieder so lange gedauert hat, aber wie meistens habe ich eine mehr oder weniger gute Entschuldigung: Unser Internet spielt verrückt.
Ich (als Fachfrau für alle technischen Geräte im Haus xD) hab keine Ahnung, woran es liegt, die Verbindung kommt und geht, wann sie will. Jetzt bin ich momentan auch nicht online, schreibe aber diesen Eintrag, weil ich gerade Zeit habe

Gewichtstechnisch kann ich nicht viel berichten, da ich mich nicht mehr so oft wiege, seit ich meine Ernährung nach „Fit for Life“ ausgerichtet habe. Laut irgendwelcher Studien soll es schließlich ungesund sein, sich öfter als einmal die Woche zu wiegen, aber wir kennen das ja..x) Tatsache ist, dass ich mich unbeschwerter fühle, wenn ich mich so ernähre, wie es nach der ganzheitlichen Medizin empfohlen wird. Wenn es nur in der Schule besser laufen würde

Und damit wäre ich auch schon beim eigentlichen Problem: die Schule. Nach den Ferien sind alle extrem anders, eine neue Schikimiki-Mädchenclique hat sich gebildet, und ich hab das Gefühl, ich gehöre nirgends dazu. Heute war es besonders schlimm. Und wie wir das sicher alle kennen – unsere Gefühle bestimmen unser Essen. You are what are you eat, aren’t you?
Und so kam ich nach Hause und aß erst mal den Maiseintopf, den ich am Vorabend gekocht hatte (zur Freude meiner Eltern - echt lecker und vor allem sättigend, auch was für euch Rezept kommt bald). So. Eigentlich war ich dann schon satt. Aber irgendwas war da noch. Nur was? Die Gier natürlich. Und dieses allgemein unbefriedigte und unangenehme Gefühl durch die Probleme in der Schule. Was macht Klein-Amber? Sie mault rum, und überlegt lautstark, was sie jetzt denn noch essen könnte.
Dann steht da eine Tasse, halbvoll mit Kakao (und vor allem Milch, was ganz schlecht für meine Ernährungsweise ist) – runtergekippt. Mein Bruder lässt gerade die Hälfte seiner Lion Cereals (mit Milch!!) stehen – runtergkippt. Und gleich noch eine Schüssel. Mit Milch. Danach war ich erst mal ‚satt‘, und ging in mein Zimmer. Als meine Mutter gerade irgendwo mit meinem Bruder hingefahren ist, ging ich in die Küche – ursprünglich, um die Spülmaschine auszuräumen. Lustigerweise hatte sich meine Mutter vor Kurzem entschlossen, die gesamte Küche neu einzuräumen, und so stieß ich unschuldiges Wesen auf Verführungen aller Art. Und nachdem ich die ersten Stückchen Zartbitterschokolade gegessen hatte, war mein Magen offen (ha ha) für alles andere. Käse, Brot, wieder Schokolade, Kuchen, noch mal Brot, und so weiter. Fressi Fressi. Alter. Jetzt bin ich in mein Zimmer geflohen, ironischerweise mit einem Apfel im Gepäck. Als ob das was bringen würde.

Um euch jetzt noch klar zu machen, dass dieses Malheur im Zusammenhang mit meiner Ernährungsumstellung noch schlimmer ist, als man denkt, muss ich noch ein wenig über diese Ernährungsphilosophie erzählen.
Einer der wichtigsten Grundsätze ist die richtige Zusammenstellung der Nahrungsmittel. Keine verschiedenen Eiweiße zusammen, und vor allem kein Eiweiß mit Kohlenhydraten. (Das hört sich schlimm an, ist es aber nicht, denn Gemüse und Obst dürft ihr zu allem essen. Das Wichtigste ist einfach, dass eure tägliche Nahrung in etwa zu 70% aus Wasser, bzw. Obst und Gemüse besteht.) Wie man sich vorstellen kann, habe ich diesen Grundsatz gerade mit Füßen getreten, ich habe alles zusammen in meinen Magen gestopft, wo es jetzt langsam verfault, weil mein Körper verschiedene Säuren produziert, die sich dann gegenseitig neutralisieren. Das ganze dauert etwas 8 Stunden und verbraucht Unmengen an Energie, die mein Körper eigentlich zur Fettverbrennung verwenden sollte. Das Beste ist, über diesem schrecklichen Gemisch liegen auch noch ein Apfel und eine Nektarine, die von meinem Magen innerhalb von etwa 20 Minuten verdaut werden könnten. Sie müssen aber jetzt 8 Stunden warten, bis der Käse, die Milch, das Brot und der ganze andere Müll regelrecht aus dem Magen in den Darm gewürgt werden, und faulen solange ebenfalls vor sich hin.
Wie ihr sicher erkennen könnt ist das ganze eine sehr leckere Angelegenheit, und genau das, was ich nicht tun soll. Ich schreibe „soll“ und nicht „darf“ ganz bewusst, weil das ebenfalls Inhalt der ganzheitlichen Medizin ist – ich soll selbst das beste für mich wollen; Nicht, weil mir das Buch vorschreibt, wie ich mich ernähren soll und ich es nicht getan habe, soll ich mich schuldig fühlen, sondern weil ich meinem Körper und so mir selbst geschadet habe, soll ich wissen, dass ich es das nächste Mal besser machen kann. Versteht ihr das?

Natürlich ist es berechtigt, wenn ihr jetzt sagt: „So toll kann aber diese Ernährungswissenschaft nicht sein, wenn du trotzdem ein FA hast, und nur durch die Probleme in der Schule ist das sicher auch nicht zu verantworten.“ Ich habe mir das selbst überlegt, und eine Antwort gefunden. In dem Buchteil, der von Marilyn Diamond geschrieben wurde, die erst Jahre nach und durch ihren Mann zur ganzheitlichen Medizin gekommen ist, heißt es: „Eines war von Anfang an erkennbar: Wenn ich mein Wohlbefinden auf Dauer erhalten wollte, musste ich meine traditionellen Feinschmeckergewohnheiten aufgeben. Dies wurde während der Entgiftung offenkundig, als sich mein Gaumen nach vergangenen Gelüsten zu sehnen begann und mein Nachgeben sofort mit Unwohlsein quittiert wurde.“ (S. 207) Was glaubt ihr, wie ich mich fühle? Natürlich, unwohl. Aber nicht, weil ich (vordergründig) an die Kalorien denke, die ich in mich reingestopft habe, sondern weil ich weiß, was ich meinem Körper damit antue! Darum geht es mir jetzt, denn ich weiß, wenn ich mich genau so ernähre, wie in diesem Buch empfohlen, werde ich in wenigen Wochen mein Optimalgewicht erreichen. Übrigens schreibe ich auch hier bewusst „Optimalgewicht“ und nicht „Traumgewicht“, denn ich weiß nicht, ob 50kg das Beste für meinen Körper sind, oder ob es nicht 52kg oder gar 54kg auch tun würden. Es geht mir nun nicht mehr um das Abnehmen, es geht mir um die Gesundheit. Was ich aber eigentlich zitieren wollte: „Harvey hatte sich bei unserer ersten Begegnung bereits sechs Jahre lang mit natürlicher Gesundheitslehre befasst und fühlte sich bei seiner aus Gemüse und Früchten bestehenden Ernährungsweise viel besser als ich. Er hatte die Übergangsphase, in der man die weniger bekömmlichen Nahrungsmittel zugunsten der neuen Ernährung weglässt, bereits hinter sich. Er hatte die Gelüste bereits überwunden, mit denen ich gerade zu kämpfen begann.“ (S. 209) Und das ist es. Die Übergangsphase. Mir ist klar, dass ich mich damit nicht ewig entschuldigen können werde, aber ich denke, dass werde ich auch gar nicht müssen. Ich bin sicher, ich schaffe das. Und wenn das neue, gesunde Lebensgefühl da ist, dann wird es auch sicher menschentechnisch wieder besser.

An dieser Stelle muss ich noch erkennen, dass Bloggen wirklich hilft. Am Anfang dieses Eintrags fühlte ich mich schrecklich, jetzt geht es mir viel besser. Und das liegt nicht nur am Probleme-von-der-Seele-Schreiben allein, ich glaube auch, es geht mir besser, weil ich weiß, dass da draußen ein paar wenige Mädchen sind, die bald meinen Eintrag lesen werden, weil sie sich für mich interessieren. Und das gibt mir schon jetzt Kraft

16.9.08 19:24


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